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Fußballkommentatoren für Blinde

Was machen Blinde im Fußballstadion? „Fußball erleben natürlich“, könnten die 8 Studierenden der Deutschen Sporthochschule Köln, die jetzt ein Seminar zur Ausbildung als „Blindenreporter“ absolvierten, auf diese Frage antworten.

Jeder weiß, dass es in Fußballstadien Plätze für Behinderte gibt. Die meisten denken dabei an Rollstuhlfahrer, nicht an Blinde und Sehbehinderte. Und doch gibt es in Deutschland seit über 10 Jahren in den meisten Stadien ein tolles Angebot für diese besonderen Fußballfans: Spezielle Blindenreporter „übersetzen“ für sie das Geschehen auf dem Platz in Worte und lassen sie somit am Spiel teilhaben. Über einen Kopfhörer gibt’s dann die Audioreportage auf das eine Ohr, das andere „saugt“ die Stadionatmosphäre auf – fertig ist das Fußballerlebnis für Blinde.

Was aber, wenn es nicht genügend gute Blindenreporter gibt, die sich ehrenamtlich engagieren? „Ganz einfach, dann gibt es für uns keinen Fußball“, sagt die sehbehinderte Regina Hillmann vom Fanclub „Sehhunde“, der sich um die Projekte kümmert.

Im kürzlich von „WDR2-Liga Live“-Reporter Burkhard Hupe und Bayer Leverkusens Blindenreporter Björn Nass durchgeführten Seminar an der SpoHo erlernten daher acht Studierende des Studiengangs Sportmanagement und Sportkommunikation das Handwerkszeug eines Blindenreporters. Schon in der kommenden Saison werden die ersten in den Stadien der 1. und 2. Bundesliga im Einsatz sein und einen wichtigen Beitrag zur Integration von Behinderten in den Zuschauersport leisten.

Dass die Studierenden durch die Arbeit am Mikrophon auch wichtige Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben machen können, unterstreicht, dass dieses Modell Zukunft hat und das Seminar sicher erneut stattfinden wird.

Autor: Autor Henning Brinkmann, Foto: Andreas Bolt